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Frau betrachtet sich im Badezimmerspiegel und zeigt mit dem Finger auf ihr Zahnfleisch; Zahnbürste und Seife liegen am Waschbeckenrand als Symbol für ZahnfleischentzündungenFrau betrachtet sich im Badezimmerspiegel und zeigt mit dem Finger auf ihr Zahnfleisch; Zahnbürste und Seife liegen am Waschbeckenrand als Symbol für Zahnfleischentzündungen

Entzündetes Zahnfleisch : Zahnfleischentzündung – Was tun?

Gingivitis erkennen und behandeln  

Aktualisiert am 21.05.26
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Wenn Sie bei der täglichen Zahnpflege Blut sehen, kann das ein Anzeichen für entzündetes Zahnfleisch sein. Damit sind Sie nicht allein: Fast jeder Erwachsene leidet gelegentlich unter einer sogenannten Gingivitis – häufig sogar unbemerkt, da nicht immer Schmerzen mit einer Zahnfleischentzündung verbunden sind. 

Ursachen : Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?

Die Ursache für eine akute oder chronische Zahnfleischentzündung sind in den meisten Fällen Bakterien. Dass Bakterien im Mund vorkommen, ist ganz natürlich: Dort leben sogar ca. 1000 verschiedene Arten. Sie sind Teil der Mundflora und unter anderem für Verdauung oder die Abwehr von krankmachenden Keimen nützlich. 

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich einige Bakterien aber zu stark vermehren und eine Entzündungsreaktion hervorrufen: 

  • Schritt 1 : Plaque wird gebildet

    Bakterien bilden zusammen mit Speichelbestandteilen und Nahrungsresten auf der Zahnoberflächen und auch am Zahnfleischrand einen Schmierfilm – den sogenannten Biofilm.  

    In diesem sind die Bakterien bestens vor äußeren Einflüssen geschützt. Wird dieser nicht regelmäßig und gründlich entfernt, lagern sich hier noch Nahrungsbestandteile ein und es entsteht Zahnbelag (Plaque). 

  • Schritt 2: Bakterien vermehren sich

    Durch eine mangelnde Mundhygiene wird nicht nur die Plaque nicht entfernt, auch Nahrungsreste bleiben im Mund. Das trägt dazu bei, dass sich die Bakterien stark vermehren, da sie optimale Bedingungen vorfinden.  

    Die Essensreste dienen ihnen dabei als Nahrungsquelle. Bei der Verstoffwechselung entstehen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und einige Bakterien sind in der Lage sogenannte Toxine zu produzieren, die das Zahnfleisch angreifen. 

  • Schritt 3: Zahnfleischentzündung entsteht

    Besonders am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn, dem Zahnfleischsaum, sammeln sich viele der Bakterien. Zwischen Zahn und Zahnfleisch gibt es eine nur wenige Millimeter kleine Vertiefung. Dieser Bereich wird in der Fachsprache Sulcus genannt.  

    Für Bakterien, Säuren und Nahrungsreste bietet er den idealen Raum zur Anlagerung. Setzen sich hier Bakterien fest, die entzündungsfördernde Substanzen produzieren, reagiert das Immunsystem mit einer entzündlichen Reaktion: einer Gingivitis. 

Symptome : Woran erkenne ich eine Zahnfleischentzündung?

Nahaufnahme von Zähnen mit entzündetem, gerötetem Zahnfleisch an einem Zahn, das auf eine Zahnfleischentzündung hinweist als Symbol für Zahnfleischentzündungen erkennen

Experten unterscheiden hier zwischen einer akuten und einer chronischen Zahnfleischentzündung. 

Eine akute Zahnfleischentzündung bleibt oft unbemerkt, da sie in der Regel keine Schmerzen verursacht. Schätzungen zufolge haben rund 80 Prozent aller Erwachsenen eine Gingivitis, ohne dies zu bemerken. Wenn die Zahnfleischentzündung allerdings über einen längeren Zeitraum (ab sieben Tage) nicht abheilt, wird sie chronisch und kann dann auch für Schmerzen sorgen. In der Folge kann sich auch das Zahnfleisch zurückbilden, die Zahnhälse liegen dann frei und die Zähne erscheinen länger. 

Damit die Gingivitis erst gar nicht chronisch wird, können Sie auf bestimmte Anzeichen achten und schnell herausfinden, ob eine Zahnfleischentzündung vorliegt: 

  • Die Farbe des Zahnfleisches: Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und glatt. Entzündungen hingegen sind durch Rötungen und Schwellungen gekennzeichnet. 
  • Blutendes Zahnfleisch beim Zähneputzen oder beim Biss in einen Apfel? Das kann ebenfalls auf eine Entzündung hindeuten. 
  • Eine chronische Gingivitis macht sich durch Schmerzen bemerkbar. 
  • Mundgeruch ist ein weiteres Anzeichen für eine chronische Zahnfleischentzündung. 
  • Bei besonders schweren Verläufen kann sich auch Eiter bilden und es können weitere körperliche Reaktionen wie z. B. Fieber auftreten. 

Parodontitis vs. Gingivitis : Gingivitis oder Parodontitis – wie unterscheiden sich die Erkrankungen des Zahnfleisches?

Vergrößerte Detailansicht zeigt stark gerötetes, entzündetes Zahnfleisch mit Maßstabsangabe in Mikrometern als Symbol für die Unterscheidung zwischen einer Zahnfleischentzündung und Parodontitis

Zahnfleischbluten wird meist als harmlos abgetan und ignoriert, vor allem, weil es nur selten mit Schmerzen verbunden ist. Doch aus der ungefährlichen Gingivitis kann schnell eine gefährliche Parodontitis werden. 

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entsteht durch unzureichende Zahnpflege: Bakterien im Mund werden nicht vollständig entfernt und verursachen am Zahnfleischsaum eine entzündliche (sogenannte "inflammatorische") Reaktion. Mit gründlicher und regelmäßiger Mundhygiene ist das Problem in der Regel schnell wieder in Griff zu bekommen. 

Bei Parodontitis wird es deutlich komplexer: Sie ist anders als die Zahnfleischentzündung irreversibel und wird häufig durch eine nicht-behandelte Gingivitis hervorgerufen. 

Eine regelmäßige Zahnpflege ist auch hier wichtig, um das Fortschreiten einzudämmen. Jedoch kommt die Behandlung nicht ohne den Zahnarzt aus, da die Bakterien weit bis ins Zahnbett vorgedrungen sind und nicht mehr von der Zahnbürste, Interdentalbürste oder der Zahnseide entfernt werden können. 

  • Während eine Gingivitis kaum schwerwiegende Folgen hat und sich der Bakterienbefall hauptsächlich auf den Zahnfleischsaum beschränkt, ist bei einer Parodontitis der gesamte Zahnhalteapparat mit Bakterien infiziert.  

    Das kann zur Folge haben, dass sich Zähne lockern oder sogar ausfallen. 

Behandlung : Was tun bei Zahnfleischentzündung und wann zum Zahnarzt?

Zahnärztlicher Spiegel in Nahaufnahme, im Hintergrund unscharf eine Behandlungseinheit mit Lampe und Instrumenten als Symbol für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung beim Zahnarzt

Mit einer gründlichen und schonenden Mundhygiene klingt eine Gingivitis in vielen Fällen innerhalb weniger Wochen von selbst wieder ab:  

  • Zweimal tägliches Zähneputzen (morgens und abends)
  • Tägliches Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen 
  • Eine Mundspülung mit pflegenden Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Hyaluron, hilft dabei, das Zahnfleisch gesund zu halten. 

Weitere Maßnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen:

  • Eine Zahnbürste mit weichen Borsten verwenden, damit das Zahnfleisch nicht zusätzlich gereizt wird. 
  • Spezielle Salben können auf das Zahnfleisch aufgetragen werden, um die Bakterienlast zu reduzieren.
  • Als Hausmittel gegen Entzündungen empfiehlt sich Kamillentee. Weitere Kräuter wie Salbei, Myrrhe oder Thymian können ebenfalls Linderung verschaffen.
  • Eine Mundspülung verwenden, um Bakterien in der Mundhöhle zu minimieren und schwer erreichbare Stellen zu säubern.

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  • Sollte sich die Gingivitis trotz angepasster Mundpflege nicht bessern, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.  

    Dieser wird mit dem sogenannten Parodontal Screening Index – kurz PSI – prüfen, ob durch die Zahnfleischentzündung bereits ein erhöhtes Risiko für eine Parodontitis entstanden ist. Zudem wird der Experte die Zähne, Zahnfleischtaschen und das Zahnfleisch von Belägen befreien und die Zahnflächen leicht polieren, sodass Bakterien schlechter an der Oberfläche haften bleiben. 

Risikofaktoren : Was begünstigt Zahnfleischentzündungen?

Auch wenn der größte Risikofaktor eine schlechte Mundhygiene ist, gibt es weitere Faktoren, die das Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken, erhöhen: 

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Gingivitis ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. 
  • Im Alter nimmt das Risiko zu, da die natürliche Speichelproduktion nachlässt.
  • Mundatmung trocknet den Mund aus und fördert das Risiko für eine Gingivitis.
  • Vitamin-C-Mangel ebenso wie Vorerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Leukämie oder HIV) erhöhen das Risiko.
  • Starke hormonelle Veränderungen, etwa in Schwangerschaft oder Pubertät, können ebenfalls zu entzündetem Zahnfleisch führen.

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Dr. Joachim Enax

Senior Scientist Oral Care

Dr. Joachim Enax ist Experte im Bereich der biomimetischen Zahnpflege und oralen Gesundheit. Als promovierter Chemiker ist er ein erfahrener Wissenschaftler in der Erforschung und Entwicklung innovativer Wirkstoffe für die Zahnpflege sowie der Förderung der Zahngesundheit. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen im Bereich Zähne und Zahnpflege.

Wissenschaftlich geprüft
Geprüft am 21.05.26

Karoline Bauch

Referentin Unternehmenskommunikation

Karoline Bauch ist Expertin für Wissenschaftskommunikation mit Fokus auf den Unternehmensbereich Oral Care und redaktionelle Ansprechpartnerin für alle Themen rund um Zahnmedizin, Mundgesundheit und Prävention.

Redaktionell geprüft
Geprüft am 22.04.26